Wie wir arbeitenWas Volle Rezeptur bedeutet
1. 150.000 Blüten für ein Kilo Safran
Safran wird von Hand gepflückt. Blüte für Blüte, drei Fäden pro Blüte. Für ein Kilo braucht es 150.000 davon. Echtes Oud wächst nicht einfach. Es entsteht über Jahre im Holz befallener Adlerholzbäume, und ein Kilo wird im hohen vier- bis fünfstelligen Bereich gehandelt. Jetzt rechne mit. Ein Duft für 35 Euro, 50 Milliliter, 30 Prozent Ölanteil. Das sind 15 Milliliter Öl. Davon gehen ab: Flakon, Karton, Versand, Werbung, Handel, Marge. Was übrig bleibt, ist das Öl. Frag dich, wie viel Safran in diesem Rest stecken kann.
Der Ölanteil sagt dir, wie viel drin ist. Nicht was.
2. Warum ein Duft nach zwei Stunden verschwindet
Ein Parfum verdunstet in Schichten. Zuerst geht, was leicht ist. Zitrus, grüne Noten, der frische Auftakt. Genau diese Rohstoffe kosten im Einkauf am wenigsten. Getragen wird ein Duft von dem, was darunter liegt. Hölzer, Harze, Safran, Oud. Die teuersten Positionen jeder Einkaufsliste. Deshalb bricht ein billig gebauter Duft am Vormittag ein. Und ein gut gebauter macht am Abend erst auf.
Wo gespart wurde, merkst du nicht beim Aufsprühen. Du merkst es um vier.
3. Wo das beste Öl herkommt
Ein Parfum besteht aus zwei Dingen. Alkohol und Öl. Beides muss stimmen, aber das Öl ist das Tragende. Wir hätten in Frankreich fertigen lassen können. Dort stehen die meisten Parfümerien. Wir sind stattdessen dahin gegangen, wo das Öl herkommt: zu einem renommierten Dufthaus in der Schweiz. Komponiert wird mit Parfümeuren, deren Arbeit du vermutlich schon getragen hast, ohne es zu wissen. Abgefüllt wird bei uns. Im eigenen Labor, von der Familie. Seit 2012 sind daraus über 100 eigene Düfte geworden. Kein einziger ist der Nachbau eines fremden Parfums.
Ähnlich kann vorkommen. Kopiert ist etwas anderes.
4. Mach dieselbe Rechnung mit uns
30 Milliliter Extrait de Parfum, über 30 Prozent Duftöl, zwischen 50 und 69,90 Euro. Du kennst jetzt die Preise für Safran und Oud. Leg sie neben unsere Zahl. Nischendüfte in dieser Konzentration liegen bei 120 bis 240 Euro. Das sind vier bis acht Euro pro Milliliter. Wir liegen bei rund zwei Euro, im Bundle bei einem Euro dreizehn. Genau das war immer die Mission: Nischenqualität zum Preis eines Designerdufts. Nicht das billigere Parfum bauen, sondern das gute bezahlbar machen. Bei zwei Sprühern am Morgen hält eine Flasche rund fünf Monate. Das sind unter 50 Cent am Tag. Fünf Düfte zusammen kosten 169,90 Euro, einzeln wären es 269,90. Dahinter steht ein Familienbetrieb, der 2012 mit 400 geliehenen Euro angefangen hat und heute zwei eigene Läden führt, in Wiesbaden und Frankfurt. Ob wir recht haben, entscheidet sich nicht hier. Es entscheidet sich an deinem Handgelenk, gegen acht Uhr abends.
Und wenn wir uns irren, geht der Flakon zurück. Eine Marke, die auf Hype baut, könnte sich das nicht leisten.
5. Die Branche verdient am Nachschub
Der übliche Weg eines Parfums: hergestellt in China, abgefüllt in Polen, gelagert in Deutschland, verkauft in der Parfümerie. Das dauert Monate, und jede Station nimmt ihren Anteil. Am Ende steht ein Duft, der so schwach dosiert ist, dass du die Flasche mitnimmst und den ganzen Tag nachsprühst. Nachsprühen, nachsprühen, nachsprühen, und im nächsten Monat stehst du wieder im Laden. Das ist kein Zufall, das ist das Geschäftsmodell. Wir sind eine eigene Duftmanufaktur. Wir produzieren Charge für Charge, nicht fünfzigtausend Stück auf Lager, und wenige Tage später wird verkauft. Daher kommt der Preis, nicht aus billigerem Öl. Über 30 Prozent Duftöl haben es nicht nötig, nachgesprüht zu werden. Du machst zwei Sprüher am Morgen und bist den Rest des Tages nicht mehr zuständig.
Dass bei uns dafür manchmal etwas ausverkauft ist, gehört dazu.